Tag 8: Roadtrip Mae Hong Son – Pai

Wir verabschieden uns schweren Herzens von Louise und ihrem schönen guesthouse und machen uns auf den Weg nach Pai, unserem nächsten Ziel.

Da wir keine Plätze mehr im Minibus ergattern konnten haben wir noch einmal Dam gebucht, der uns mit seinem Wagen fährt. Das kostet zwar ungefähr hundertmal so viel 😉 aber wir halten zwischendurch mal an, kriegen etwas von Land und Leuten mit und eigentlich finden wir das so ganz toll!

Wir werden also komfortionös von unserem Privatchauffeur abgeholt und düsen bequem los in Richtung  Pai. Dam erzählt uns in seiner humorigen Art ein bisschen was über die vielen Tempel in Mae Hong Son, die schwierige Tourismuslage im Ort (es kommen zu wenige Urlauber) und wie schön es sei, in der Hochwasserzeit auf dem Pai River zu flössen. So merken wir kaum, wie die Zeit vergeht und sogar die Million Kurven schrecken uns nicht wirklich (also mich und meine Reisekrankheit schon, aber ich hab ja meine „seabands“, ohne die ich in diesem Uralub sicher schon zigmal unter die Räder gekommen wäre).

Unser erster Stop ist ein waschechter hilltribe Markt. Hier kommen die Frauen aus den umliegenden Dörfern her, um ihre Waren zu verkaufen. Es gibt viele verschiedene Sorten Reis, rote Bohnen, Mais, Luffas, Kürbisse, Seifenkugeln, irgendwelche Schoten und Wurzeln, ein bisschen Kunsthandwerk, richtig schöne Schals und natürlich auch das ein oder andere zu essen. Wir bummeln und schlendern ein wenig und werden bei den Schals schwach. Sie sind aber auch zu schön – und da ich ja eh ein Schalfan bin, Constanze gerne shoppt und Gabriele den weichen Stoffen verfällt ….. die Dame macht ihren Tagesumsatz mit uns. Dam nimmt’s gelassen. 😉

Unser nächster Stopp ist ein Lahudorf. Die Lahu kommen ursprünglich aus der Mongolei, sind als starke Kämpfer bekannt und insgesamt „gute Leute“, mit denen man sich aber besser nicht anlegen sollte. Sie haben strenge Regeln, die auch innerhalb des Stammes genau eingehalten werden. Sie sind ausserdem sehr geistergläubig und es gibt auch heute noch einen Schamanen, der die Zeremonien durchführt. Wir werden freundlich gegrüsst und ansonsten nicht beachtet, alle gehen weiterhin ihrer Tätigkeit nach. Dam spricht, wie überall ein paar Worte mit den Dörflern, (er spricht eine Menge dieser hilltribe Sprachen!) und so fühlen wir uns irgendwie auch gleich wohler. Es ist halt auf der einen Seite super interessant, diese fremden Kulturen zu sehen aber auf der anderen Seite wollen wir ja auch keinen menschlichen Zoo haben. Aber so mit ihm dabei, der uns auch immer wieder versichert, es wäre ok ein Foto zu machen und seiner Kommunikation mit den Menschen, die dann lachen und Spass machen – das ist schön!

Dann geht es wieder weiter und wir kommen in ein Lisudorf. Auch hier bekommen wir einen kulturellen Schnelldurchlauf und werden auf Besonderheiten in Kultur, Tradition und Tracht aufmerksam gemacht. Er erzählt beispielsweise, dass es meist Lisufrauen sind, die Europäer oder Amerikaner heiraten – sie gelten als besonders hübsch und besonders „einfach im handling“. Es entspinnt sich ein interessantes Gespräch während der Weiterfahrt, wie sich die Frauen wohl fühlen und wie sie so klar kommen in Europa usw. Wir erfahren auch, dass die Thaimänner sich (generell gesprochen) von den unabhängigen und emanzipierten westlichen Frauen eingeschüchtert fühlen. Hört hört….

Unser letzter Stopp vor Pai ist eine grosse Höhle. Hier wird man mit einem Bambusfloss (dieses hat kleine Holzklötze zum Draufsitzen, sodass wir heute nicht nass werden!) ein paar Meter in das Innere der Höhle gefahren und steigt dann mit einem Führer durch die wirklich grosse und sehr schöne Tropfsteinhöhle. Unsere Führerin kann zwar kein englisch aber sie macht uns trotzdem auf die schönsten Formen aufmerksam. Das hier ist zwar eine richtige Touristengeschichte, aber es sind nicht viele Leute hier und so ist es trotzdem schön.

Und nun geht’s in einem Rutsch durch bis Pai. Bis wir ankommen ist es später Nachmittag und Dam fährt sofort wieder zurück. Wir drei Ladies gehen erstmal auf einen gepflegten Willkommens – Mango Shake in ein nettes Lokal und kommen an.

Das Dorf ist unglaublich voll – so hatte ich das von meinem letzten Besuch im vergangenen Jahr gar nicht in Erinnerung! Es gibt wahnsinnig viele asiatische Touristen und der Verkehr ist auch viel mehr. Jede Menge Autos und vor allem auch Motorräder fahren herum. Ich habe zum ersten Mal keine Unterkunft vorgebucht, da ich ja Pai schon kannte und wusste, dass es hier ganz viele guesthouses gibt, tja und das rächt sich jetzt. Es findet nämlich an diesem Wochenende (heute ist Samstag…oder Freitag???) ein grosses Bikertreffen statt in Kombination mit einem spektakulären Thai-Popmusik-Festival. Jayy!!! Ganz toll!! Na, zumindest wissen wir, warum all die Leute hier sind.

Wir beginnen also mit unserer schweisstreibenden Suche nach einem Quartier. Alles ist schon voll! Unsere Rucksäcke werden immer schwerer, die Hitze immer drückender und unsere Laune leidet zum ersten Mal auf dieser Reise ein bisschen. Doch dann sieht Gabriele ein Schild „Rooms available“ und wir sind gerettet! Erfreulicherweise ist der Raum recht gross, sauber und hat ein Bad mit heisser Dusche. Leider liegt er genau an der Walking Street, was heisst, es ist sehr laut. Wie nehmen ihn trotzdem und hoffen das Beste.

Erstmal die backpacks runter und unter die Dusche. Dann wieder ab ins Getümmel: über den Nachtmarkt bummeln, hier und da etwas essen, viele Fotos machen, sich treiben lassen, einen Drink nehmen und ganz viel Leute gucken. Normalerweise gibt es in Pai hauptsächlich Hippies, Yogis und Freaks. Jetzt kommen noch die Biker dazu und all die anderen, die „zum gucken“ hierher kommen. Es herscht ein ziemliches Gewimmel aber trotzdem (oder deswegen?) eine tolle, ausgelassene Stimmung.

Die natürlich auch noch in vollem Gange ist, als wir uns in unsere Gemächer zurückziehen. Weiterhin sind wir mittendrin statt nur dabei. Aber was soll’s – wir nehmen es philosophisch. Irgendwann ist der Nachtmarkt zu Ende und irgendwann gehen auch unsere betrunkenen und sehr lauten Zimmernachbarn (die Wände müssen aus Papier sein!) schlafen und es kehrt relative Ruhe ein. 😀

 Hier weiter lesen: Tag 9….

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.